Mein eigenes Speicher-Projekt
Ich bin kein Ingenieur. Kein Energiewirt. Kein Netzplaner. Ich bin Quereinsteiger – und ich baue gerade meinen ersten Batteriegroßspeicher.
Wie das passiert ist? Ich habe mich aus rein investmentgetriebener Neugier mit dem Thema BESS beschäftigt, eine Firma gegründet, bin auf eine Messe gefahren, habe den richtigen Partner gefunden – und sitze jetzt mit einem konkreten Projekt auf einer Fläche, die mir meine Stadt verpachtet hat, direkt neben einer Trafostation. Klingt nach einem geraden Weg. War es nicht. Aber es war einer der spannendsten Prozesse, die ich je durchlaufen habe.
In diesem Artikel erzähle ich dir, wie alles angefangen hat, welche Entscheidungen ich getroffen habe – und wo ich gerade stehe.

Wie alles angefangen hat – Investment-Idee trifft Wirklichkeit
Angefangen hat es nicht mit einem Businessplan oder einer technischen Vision. Es hat angefangen mit einer Frage: Wo investiere ich sinnvoll in die Energiewende?
Ich habe mich intensiv mit dem Speicher-Markt beschäftigt – Marktberichte, Fachartikel, Zahlen. Und je mehr ich verstanden habe, desto klarer wurde: Das ist kein Nischenthema. Das ist Infrastruktur. Batteriegroßspeicher sind der fehlende Baustein der Energiewende – und der Markt steht in Deutschland noch am Anfang.
Also habe ich den nächsten logischen Schritt gemacht: eine Firma gegründet. Nicht weil ich schon wusste, wie ich ein BESS-Projekt umsetze – sondern weil ich es herausfinden wollte. Dann habe ich angefangen, mich umzuschauen: Welche Firmen gibt es? Welche Bauplätze kommen in Frage? Was braucht man wirklich, um loszulegen?
E-World in Essen – wie ich Tesvolt gefunden habe
Ein entscheidender Moment war die E-World in Essen – eine der wichtigsten Energiemessen in Europa. Ich bin dorthin gefahren mit einer klaren Mission: Informationen sammeln, Firmen kennenlernen, verstehen, wer in diesem Markt was macht.
Auf der Messe bin ich auf Tesvolt gestoßen – ein deutscher Hersteller von gewerblichen und industriellen Batteriespeichern aus Lutherstadt Wittenberg. Was mich sofort überzeugt hat: Die Leute dort haben sich Zeit genommen. Kein Sales-Pitch, kein Hochglanz-Bingo. Sondern echte Gespräche über Projektmachbarkeit, Systemgrößen und nächste Schritte.
Ich war von Anfang an transparent: Quereinsteiger, erstes Projekt, lerne gerade. Und genau das hat Tesvolt nicht abgeschreckt, sondern die richtigen Leute aktiviert.
Mein Tipp für jeden, der in den BESS-Markt einsteigen will: Geh auf die E-World oder eine andere große Messe. Nicht als Tourist, sondern mit konkreten Fragen und einem klaren Ziel. Die Gespräche dort haben mir mehr gebracht als Monate an Recherche am Schreibtisch.
Leonard, BESS-Kompass
Das Projekt – die konkreten Zahlen
Nach mehreren Gesprächen mit Tesvolt und dem zugewiesenen Planer für meine Region hat sich ein erstes „Testprojekt“ herauskristallisiert. Bewusst klein und überschaubar – um zu lernen, wie das alles funktioniert, bevor ich größer denke.
Hier sind die konkreten Eckdaten:
1. Speichersystem: 6 × Tesvolt Forton Speicher
2. Kapazität: ca. 550 kWh
3. Leistung: 270 kW
4. Standort: Kleine Fläche direkt neben einer Trafostation, verpachtet von meiner Stadt

Warum 270 kW?
Das war keine willkürliche Zahl – sondern eine clevere Empfehlung meines Planers. 270 kW Einspeiseleistung ermöglicht eine vereinfachte Netzanschlussprüfung. Das bedeutet: weniger Aufwand, weniger Zeit, weniger Kosten beim Netzanschlussprozess. Als Erstprojekt ist das gold wert. Wer gleich mit 1 MW einsteigt, hat deutlich mehr Aufwand – und deutlich mehr Risiko, wenn man noch keine Erfahrung hat.
Warum direkt neben der Trafostation?

Der Netzanschluss ist einer der teuersten und zeitaufwendigsten Teile eines BESS-Projekts. Je näher der Speicher am Netzanschlusspunkt liegt, desto günstiger und einfacher der Anschluss.
Eine Fläche direkt neben einer Trafostation ist für ein Kleinprojekt wie meines nahezu ideal. Dass meine Stadt diese Fläche verpachtet hat, war ein echter Glücksfall – und das Ergebnis von Gesprächen, die ich aktiv gesucht habe.
Warum Tesvolt – und was der Planer bedeutet
Ich werde auf diesem Blog keine bezahlten Empfehlungen aussprechen. Was ich aber sagen kann: Tesvolt hat mich als Quereinsteiger nicht abgewimmelt – und das war für mich entscheidend.
Nach dem ersten Kontakt auf der E-World haben sie mir einen Planungs- und Installationspartner für meine Region vermittelt. Das ist der Teil, den ich nicht hoch genug einschätzen kann. Denn als jemand, der zum ersten Mal ein solches Projekt macht, brauchst du jemanden, der:
- die technischen Details kennt und in konkrete Planung übersetzen kann
- die regionalen Gegebenheiten versteht – Netzbetreiber, Behörden, lokale Besonderheiten
- die Netzanfrage korrekt stellt – das ist wichtiger als die meisten denken
Die Netzanfrage – wo ich ohne Hilfe verloren gewesen wäre
Die Netzanfrage beim Netzbetreiber klingt nach einem Formular. Es ist kein Formular. Es ist ein technisches Dokument, das präzise Angaben zu Einspeiseleistung, Systemaufbau, Schutzkonzept und Messtechnik enthält. Eine falsch gestellte Netzanfrage bedeutet: zurück auf Start, Monate verloren, Kosten entstanden.
Mein Planer hat das übernommen. Ich wäre da alleine sicher Fehler gemacht – das sage ich ohne Umschweife. Wer ein BESS-Erstprojekt ohne fachkundige Begleitung angehen will, unterschätzt genau diesen Punkt.
Die Netzanfrage ist kein Formular – es ist das erste ernsthafte Gespräch mit dem Netzbetreiber. Wer da schlampt, verliert Monate. Mein Planer hat das sauber gemacht. Das war unbezahlbar.
Leonard, aus eigener Erfahrung
Wo ich gerade stehe – warten auf die Netzzusage
Aktuell ist die Situation so: Die Netzanfrage ist gestellt – ich warte auf die Netzzusage.
Das klingt unspektakulär. Ist es aber nicht. Die Netzzusage ist der Schlüsselmoment des gesamten Projekts. Sie bestimmt:
- ob und wo ich anschließen kann
- welche technischen Anforderungen der Netzbetreiber stellt
- welche Kosten für den Netzanschluss entstehen
- wann das Projekt realistisch in Betrieb gehen kann
Bis dahin nutze ich die Zeit: Gespräche mit möglichen Direktvermarktern, weitere Planung, und natürlich – dieser Blog. Denn ich habe gemerkt: Beim Warten lernt man am meisten. Man hat Zeit, Fragen zu stellen, Antworten zu suchen und zu verstehen, was als nächstes kommt.
Was ich als Quereinsteiger bisher gelernt habe
Klein anfangen ist keine Schwäche – es ist Strategie
550 kWh und 270 kW sind kein Utility-Scale-Projekt. Aber sie sind genau richtig, um alle Prozesse einmal durchzulaufen – Planung, Netzanfrage, Genehmigung, Inbetriebnahme. Was ich dabei lerne, ist der Wert für alle zukünftigen Projekte.
Das Netzwerk kommt vor dem Projekt
Ohne die E-World hätte ich Tesvolt nicht gefunden. Ohne Tesvolt hätte ich keinen Planer. Ohne Planer hätte ich keine saubere Netzanfrage. Alles hängt zusammen – und alles beginnt mit dem ersten Gespräch.
Transparenz schafft Vertrauen
Ich habe von Anfang an offen kommuniziert: Quereinsteiger, erstes Projekt, lerne gerade. Das hat mir nicht geschadet – im Gegenteil. Die richtigen Partner schätzen Ehrlichkeit mehr als einen aufgeblasenen Businessplan.
Der Standort ist alles
Direkt neben der Trafostation – das war kein Zufall, das war gezieltes Suchen. Wer einen guten Netzanschlusspunkt hat, spart Zeit und Geld. Wer einen schlechten hat, kämpft an allen Fronten.
Was als nächstes kommt
Sobald die Netzzusage da ist, geht es weiter – mit der konkreten Planung der Anlage, dem Aufstellungsort der Container und den ersten Gesprächen über das Geschäftsmodell. All das werde ich hier Schritt für Schritt dokumentieren.
FAQ – Fragen zu meinem Projekt
Warum Tesvolt und nicht CATL oder BYD?
Für ein kleines Erstprojekt war mir lokale Unterstützung wichtiger als der günstigste Zellpreis. Tesvolt ist ein deutsches Unternehmen mit einem Partnernetzwerk aus Planern und Installateuren – genau das, was ich als Quereinsteiger gebraucht habe. Bei einem größeren Projekt werde ich die Entscheidung neu treffen.
Was kostet so ein Projekt?
Die genauen Zahlen teile ich sobald das Projekt abgerechnet ist – das ist mir wichtig, weil ich keine Schätzungen veröffentlichen will. Was ich sagen kann: Es ist ein fünfstelliger bis unterer sechsstelliger Betrag, je nach Netzanschlusskosten und Installationsaufwand.
Wie lange dauert die Netzzusage?
Das ist leider nicht garantiert vorherzusagen. In Deutschland sind Netzbetreiber gesetzlich verpflichtet, innerhalb bestimmter Fristen zu antworten – aber die Praxis sieht oft anders aus. Ich warte aktuell und halte euch auf dem Laufenden.
Kann ich auch als Quereinsteiger so ein Projekt umsetzen?
Ja – aber mit den richtigen Partnern. Ohne Planer und ohne Herstellerunterstützung wäre ich an der Netzanfrage gescheitert. Die Technik ist lernbar. Der Prozess ist beherrschbar. Aber unterschätze nicht, was du nicht weißt.